Für viele junge Mädchen und Frauen ist Sophie Scholl heute ein Vorbild, wenn es darum geht, sich politisch zu äußern, für seine Meinung einzustehen und mutig zu handeln. Wie eine Umfrage unter unseren Schülerinnen gezeigt hat, sind viele von Sophie Scholls Mut beeindruckt, Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet zu haben.

Biografie

 

Sophia Magdalena Scholl wurde am 9. Mai 1921 in Forchtenberg im Norden von Württemberg geboren. Ihre Eltern Magdalena und Robert Scholl erzogen sie und ihre Geschwister Inge, Hans, Elisabeth und Werner in christlich-humanistischem Geist. Wie auch ihr älterer Bruder Hans glaubte Sophie nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zunächst an das propagierte Gemeinschaftsideal und trat dem Bund Deutscher Mädel (BDM) bei.

 

Im Jahr 1940 begann sie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin, wurde jedoch bald darauf zum Reichsarbeitsdienst einberufen. In dieser Zeit beschäftigte Sophie sich mit den Schriften des Kirchenvaters Augustinus und entwickelte eine Abwehrhaltung gegenüber dem nationalsozialistischen Regime.

 

Ab 1942 studierte sie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität Biologie und Philosophie. Durch ihren Bruder Hans, der an der LMU Medizin studierte, lernte sie weitere Studenten kennen, die sie in ihrer Ablehnung gegenüber dem NS-Regime bestärkten.

Sophie Scholl als Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße RosE

 

Die Widerstandsgruppe Weiße Rose machte im Dritten Reich durch Flugblattaktionen auf die aktuelle politische Lage aufmerksam, kritisierte das Unrecht und die Gewaltverbrechen der Nationalsozialisten, appellierte an die Bevölkerung und rief zum Widerstand gegen das NS-Regime auf.

 

Im Mittelpunkt der Gruppe standen Hans Scholl und Alexander Schmorell, die im Sommer 1942 die ersten vier Flugblätter verfassten und verteilten. Nach einem Einsatz an der Ostfront im Herbst 1942 weitete sich der Widerstandskreis über freundschaftliche Beziehungen aus. Zum engen Kern der Eingeweihten gehörten neben Scholl und Schmorell nun auch Christoph Probst, Willi Graf, Professor Kurt Huber und Sophie Scholl, die ab Januar 1943 aktiv an der Herstellung der Flugblätter beteiligt war.

 

Im Zuge der Ereignisse in Stalingrad radikalisierten sich die Aktionen. Hans Scholl, Alexander Schmorell und Willi Graf schrieben in mehreren Nächten die Parolen „Freiheit“ und „Nieder mit Hitler“ an Münchner Hauswände. Außerdem stellte die Gruppe die letzten beiden Flugblätter im Vergleich zu den ersten vier in weit höherer Auflage her und verteilte sie in riskanteren Aktionen.

 

Am 18. Februar 1943 wurden Sophie und Hans Scholl beim Verteilen von ca. 1.700 Flugblättern in der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität festgenommen. Nach Verhören in der Münchner Gestapo-Zentrale und weiteren Verhaftungen wurden Sophie und Hans Scholl sowie Christoph Probst am 22. Februar 1943 von Roland Freisler, dem Präsidenten des Volksgerichtshofs, zum Tode verurteilt und noch am selben Tag im Strafgefängnis München-Stadelheim hingerichtet.

Simone König

 

Hier finden Sie die Ergebnisse eines Projekts der Klasse 9C im Schulkahr 2017/18, die sich "auf die Spuren der Weißen Rose" begeben hat.

 

Literatur:

Barbara Beuys: Sophie Scholl. Biografie, München 2010.

Hermann Vinke: Das kurze Leben der Sophie Scholl, Ravensburg 2005.

 

Bildhinweis:

Das Portrait von Sophie Scholl, erstellt von Jürgen Jaumann, wurde der Schule freundlicherweise vom Künstler zur Verfügung gestellt.

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