Fahrten

 

Schulfahrten bereichern das Schulleben und vermitteln den Schülerinnen Kompetenzen über den Fachunterricht heraus. Sie tragen zudem zur Entwicklung der Persönlichkeit bei und sind deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil des Schullebens. Auch können besondere Fähigkeiten z.B. im Bereich Musik oder Sport intensiv gefördert werden.

 

Als sozialwissenschaftliches Gymnasium hat am SSG die Politische Bildung einen besonders hohen Stellenwert. Auch im Fahrtenprogramm wird dies durch die historisch-politische Berlinfahrt in der 10. Jahrgangsstufe und das Politische Seminar in der 12. Jahrgangsstufe verankert.

 

Ergänzt und erweitert wird das Fahrtenprogramm durch die Austauschprogramme der Fächer Englisch, Französisch und Geschichte/Sozialkunde mit den USA, Frankreich und den Niederlanden, deren Schwerpunkt im Bereich der interkulturellen, politischen und natürlich sprachlichen Bildung liegt.

Fahrtenprogramm

 

5. Jahrgangsstufe Schullandheim 1 Woche

6. Jahrgangsstufe

6. Jahrgangsstufe

Chorfahrt (nur Chorklasse)

Forscherinnentage

3 Tage

3 Tage

7. Jahrgangsstufe Skilager 1 Woche
9. Jahrgangsstufe Tage der Orientierung 3 Tage
10. Jahrgangsstufe Berlinfahrt 1 Woche
12. Jahrgangsstufe Politisches Seminar 3 Tage
12. Jahrgangsstufe Studienfahrt ins Ausland 1 Woche
5.-12. Jahrgangsstufe Musikwoche 1 Woche
5.-12. Jahrgangsstufe SMV-Seminar 3 Tage

Jordanien – ein Land zwischen Tradition und Moderne

jordanien teaser 1Aufgeregt und sehr glücklich traf sich die müde Gruppe von elf Schülerinnen und zwei begleitende Lehrkräften in aller Früh am 17. Oktober am Münchner Flughafen, um nach Amman zu reisen.

Endlich hat sich die Möglichkeit ergeben den schon so lange Zeit geplanten Schülerinnenaustausch mit der Ahliyyah School for Girls und der Bishop`s School for Boys in die Tat umzusetzen. Elf Tage sollten jordanische Familien das neue Zuhause für die Mädchen sein, die Gruppe in eine fremde Kultur eintauchen und ein Land entdecken und kennenlernen. Auch besuchten die Mädchen den Unterricht in den beiden Schulen ihrer Austauschpartner*innen, was sicher eine interessante und spannende Erfahrung war.

 

Im Folgenden haben die Teilnehmerinnen aus ihrer Sicht unterschiedlichste Eindrücke und Erlebnisse, die für sie besonders waren, beschrieben:

 

Leben in der Gastfamilie:

 

jordanien nbAls ich nach unser Reise und einer kurzen Begrüßung in der Schule vor Ort mit meinem mir eigentlich noch völlig fremden Austauschpartner und seiner Mutter im Haus der Gastfamilie angekommen war, ist mir eine Sache besonders aufgefallen. Ich durfte meine Schuhe beim Betreten der Wohnräume anlassen. Erst als ich in meinem Zimmer war, konnte ich meine Schuhe wechseln. Die meisten aus meiner Sicht scheinbar wohlhabenden Familien haben ein oder mehrere Haushälterinnen, die in den Familien leben und nicht immer den besten Schlafplatz haben. Für mich war es besonders befremdlich, dass bei einigen meiner Mitschülerinnen sogar der Koffer ausgepackt wurde. Außerdem haben die meisten Wohnungen/ Häuser immer einen extra Raum bzw. ein Wohnzimmer, welches nur für Gäste vorgesehen ist. Der Raum wird wirklich nur benutzt, wenn eine Feierlichkeit ansteht. Es ist üblich, dass die Familien bzw. Großfamilien zusammen in einem Haus oder in zwei Stockwerken untereinander in Wohnungen leben. Dies ist meiner Meinung nach eine sehr schöne Tradition, da die Familie so immer beisammen ist und sich gegenseitig unterstützen kann. Abschließend hat es mich gefreut zu sehen, wie der Alltag einer jordanischen Familie aussieht. Ich konnte viele Erfahrungen sammeln, die mir für immer im Gedächtnis bleiben

 

Am Wochenende haben wir die Zeit mit den Familien verbracht und waren auch sehr viel unterwegs. Am Freitag haben wir einzelne Kirchen besucht und zusätzlich eine Erklärung bekommen. Zwischendurch durften wir immer wieder mal ein kleines Souvenir kaufen. Gegen Abend gingen wir dann noch zu einer Shoppingmall, die im Gegensatz zu unseren Einkaufszentren in München zehnmal so groß war, um etwas für zuhause zu kaufen. Samstag früh ging es direkt weiter mit dem Programm und zwar fuhren wir in ein Hotel am Toten Meer, in dem wir eine Nacht blieben. Dort konnte man zum Meer laufen oder einfach am Pool chillen. Abends haben wir noch verschiedene Spiele gespielt und die Zeit mit unseren Austauschpartner*innen genossen. Den nächsten Tag verbrachten wir ebenfalls in dem Hotel und nutzten nochmal die Zeit, um etwas zu schwimmen. Gegen Nachmittag entschlossen wir uns etwas zu essen und nach Hause zu fahren. Das Baden im Toten Meer war sehr besonders, da man nicht untergehen kann.

 

(Clara und Sofia sowie Marla und Thalia)

 

Das jordanische Essen:

 

jordanien teaser 2Neben den wunderschönen Landschaften und tollen Sehenswürdigkeiten war auch das Essen in Jordanien bewundernswert. Hungern mussten wir dort definitiv nicht! Leider gab es eher zu viel, so dass wir häufig Sachen stehen lassen mussten. Jeden Tag haben wir verschiedene nationale Gerichte gegessen und haben es uns definitiv schmecken lassen. Mein Highlight war ein Reis- und Fleischgericht, das nach alter Tradition in einem Ofen unter dem Sand zubereitet wurde. Bei unserem Besuch im Wadi Rum durften wir dies erleben. Aber auch die arabischen Süßigkeiten haben es uns angetan. Abgenommen haben wir definitiv nicht! Aber jetzt noch ein paar nähere Beschreibungen von typisch jordanischen Gerichten. 

 

Das Essen in Jordanien ist definitiv anders als das Deutsche. Gleich nach meiner Ankunft in der Gastfamilie gab es Essen, eine spinatähnliche Grütze mit Hähnchen und Reis. Es sah sehr gewöhnungsbedürftig aus, weil es eher matschig aber sehr lecker war. Meine Gastfamilie hat sich grundsätzlich häufig gewundert, dass wir Deutschen so wenig essen, egal wieviel ich mir genommen habe. Ich dagegen hatte das Gefühl, dass ich den ganzen Tag esse. Mein Gastvater hat gesagt, dass man in Jordanien mindestens 5 kg zunimmt, und da muss ich ihm auch zustimmen. Beim ersten Abendessen mit allen Schüler*innen gab es Mansaf. Diese Speise besteht aus Reis, Hähnchen und Jameed, einer sauren Ziegenmilchsoße. Mir persönlich hat Jameed nicht so geschmeckt, da es recht bitter war. Am besten war die Nachspeise Kanafeh, Käse mit dünnen Teigfäden und viel Sirup. Oft gibt es zum Essen eher süße Getränke wie gezuckerten Schwarztee oder Soft Drinks, die wir in Deutschland auch
haben. Mein kulinarisches Highlight war, als wir bei einer Art Bäckerei angehalten haben, um Verpflegung für einen Ausflug zu erwerben. Wir haben dort Manakish, ein pizzaähnliches Gebäck, Teigtaschen gefüllt mit Kartoffeln, Baklava und Warak Enab gekauft. Warak Enab sind kalte gefüllte Weinblätter mit Reis, Petersilie und Tomate und sind wie alle anderen Speisen sehr lecker. Bei unserem Ausflug zur Wüste gab
es ein Buffet mit Humus, Fladenbrot und Labneh, ein Joghurtdip. Ein Highlight waren auch die Falafel, die wir in der Nähe der Schule gegessen haben. Ich fand die Falafel in München schon gut, aber die waren wirklich die besten. Am letzten Tag gab es zum Abendessen Shorabet, eine typische Linsensuppe, die mit Fladenbrot serviert wird.

 

(Anna und Sofia)

 

Ein Tag in einer jordanischen Schule:

 

Wir waren wie schon erwähnt in zwei Schulen zu Gast. Ich war mit meiner Austauschpartnerin in der Mädchenschule und habe dort an ihrem normalen Unterricht teilgenommen. Das erste was mir aufgefallen ist, ist, dass die Schülerinnen sehr locker und auf einer freundschaftlichen Ebene mit ihren Lehrer*innen kommunizieren. Das zweite ist, dass der Unterricht meist sehr chaotisch abläuft und die Schülerinnen zwischendurch einfach mal aufstehen oder sich auf die Fensterbank setzen. Im Chemieunterricht mussten die Schülerinnen eine Präsentation halten. Diese war anders als wir das gelernt haben aufgebaut. Die Schülerinnen haben Fließtexte mit vielen Fachbegriffen, die man so auch im Internet finden würde, von Blättern abgelesen und fast keine Bilder benutzt. Für mich persönlich war die Präsentation daher nicht so verständlich. Ich finde die Ordnung und die Disziplin am Sophie deutlich angenehmer als die Atmosphäre in der Schule meiner Austauschpartnerin.

 

(Selina)

 

Gemeinsame Ausflüge:

 

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Ein großes Highlight unseres Aufenthalts war für uns alle die Wüste, genauer gesagt das Wüstental Wadi Rum. Da wir dorthin fast durch das ganze Land reisen mussten, haben wir uns schon um 5:30 getroffen, um vom Bus abgeholt zu werden. Nur leider kam drei Stunden lang kein Bus. Die Zeit haben wir trotz der frühen Uhrzeit gut gelaunt in einem Cafe verbracht, Tee getrunken und den Sonnenaufgang beobachtet. Als dann endlich ein Bus kam, haben wir als Wiedergutmachung einen „VIP-Bus“ bekommen, mit bequemeren und größeren Sitzen. Es folgte eine sehr lustige beinahe fünfstündige Fahrt, bis wir im Wadi Rum in unserem Hotel angekommen sind. Vielleicht ist Hotel nicht das richtige Wort. Wir haben in Bubbles übernachtet, die mehr oder weniger igluförmige Zelte waren. Nach einer kurzen Pause wurden wir von Jeeps abgeholt, um tiefer in die Wüste einzudringen. Wir wurden zu verschiedenen wunderschönen Orten gefahren, konnten auf Kamelen reiten und einen unglaublich schönen Sonnenuntergang erleben. Das war definitiv ein Erlebnis, dass niemand von uns je vergessen wird. Auf dem Weg zurück nach Amman haben wir noch Petra besucht. Leider hatten wir nicht genug Zeit, tiefer in die Welt der aus den Felsen geschlagenen Bauwerke einzutauchen.

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jordanien nb 2jordanien nb 3Am Montag sind wir nach Ajloun gefahren, um dort die Burg aus dem 12. Jahrhundert, die auf den Ruinen eines Klosters erbaut und ein gutes Beispiel islamischer Militärarchitektur ist, zu besichtigen. Die Burg war von außen wie von innen beeindruckend, auch die kleine Ausstellung war für uns alle interessant. Aber vor dem Kulturprogram gab es noch ein Frühstück. Wir bekamen alle Tee und manakish, Fladenbrot gefüllt mit Käse oder Kartoffeln, was uns allen mega gut geschmeckt hat. Nach der Besichtigung der Burg ging es für uns nach Jerash. Jerash war Jahrhunderte lang vom Sand vergraben, bis die römische Stadt vor 80 Jahren freigelegt wurde, Sie ist eine der am besten erhaltenen Provinzstädte aus dem Alten Rom. Wir konnten das Forum, das Theater und den Circus erleben. Wir hätten alle gerne noch die Tempelanlagen und Häuser angeschaut, wofür die Zeit aber leider nicht gereicht hat.

 

Uns allen hat der Tag super gut gefallen und ich kann persönlich diese Sehenswürdigkeiten jedem weiter empfehlen, der vorhat nach Jordanien zu reisen!

 

 

jordanien nb 4jordanien nb 5Am Mittwoch haben wir die Zitadelle von Amman besucht. Mich hat überrascht, wie viele römische Ausgrabungen wir in Jordanien gesehen haben. Danach sind wir mit dem Bus in die Innenstadt gefahren. Dort haben wir erstmal in einem Restaurant mit allen Falafel gegessen, bevor wir uns in Gruppen aufteilen durften und auch ohne Lehrer*innen die vielen kleinen Geschäfte und Stände auf dem Basar anschauen durften. Dort haben wir alle uns entweder kleine Andenken oder Geschenke, wie zum Beispiel Schlüsselanhänger für Familie und Freunde gekauft.

 

(Janna, Lola und Nike)

 

Nun freuen sich die Mädels auf den Gegenbesuch in München, der bereits Ende November erfolgen wird, damit die neugewonnenen Freundschaften noch vertieft werden können. Für diese Zeit sind viele Ausflüge und Aktivitäten geplant, von denen dann wieder berichtet wird.

 

 

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